Tanka IX

Langsam kratzt es blau
Klecksend über weißen Grund
Schmerz und Leid verwischt

Salzene Tropfen fließen
Die Feder den Schlusstrich zieht

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9 Kommentare zu “Tanka IX

  1. Ja, ich finds toll! Das Schreiben als schweisstreibender Gewaltakt, sowohl fürs Papier wie auch für den Schreibenden… Was da alles in einem fertigen Text steckt, von dem die nichts ahnen, die’s selbst nie erlebt haben! Freud und Leid des Schreibens in so wenige, aber kraftvolle Worte gepackt – wow :-)

    • Wow, danke für die tolle Deutung des Gedichts :-D
      Echt erstaunlich, was man in den wenigen Zeilen alles sehen kann! Beispielsweise meinte eine Leserin bereits, es handle sich um eine Art Schlussmach-Brief bei einer Beziehung, und eine andere, es sei ein Abschiedsbrief kurz vorm Selbstmord.
      Dass es um den Akt des Schreibens an sich geht, ist aber auch eine tolle Auffassung vom Text! :D

      • Oh ja, stimmt, die Schlussmach- und Selbstmord-Interpretation macht durchaus auch Sinn! Da siehst du mal, wieviel Qualität darin steckt, wenn in so wenigen Worten so viele Möglichkeiten stecken! :-)

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