Das Leser-Interview – Eure Fragen, meine Antworten

Vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen und bei meiner Leserumfrage mitgemacht haben. Euer Feedback hilft mir wirklich sehr beim Weiterführen des Blogs. Auf vieles, was mir angemerkt wurde, wäre ich selbst nie gekommen! Ich werde mich in den nächsten Wochen daran machen, eure Vorschläge umzusetzen, aber zunächst kommen hier wie versprochen meine Antworten auf eure persönlichen Fragen an mich!

Warum bist du mein Bruder?

Eine wirklich gute Frage. Ich fürchte, es liegt daran, dass wir dieselben Eltern haben, aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

Dieses Feld muss ausgefüllt werden.

Scharfsinnig beobachtet!

Nix persönliches, aber eine Anregung zum Blogaufbau: eine Seite mit den häufigsten Schlagworten wäre als Suchhilfe noch nett. Ich habe schon ein paar Mal einen Text gesucht, hatte aber nur noch eine vage thematische Ahnung vom Inhalt.

Vielen Dank für die Anmerkung, das wird direkt umgesetzt. Ab sofort gibt es in der Sidebar auch eine Tagcloud!

Wie entsteht bei dir ein Text? Sagst du dir, dass du noch ein Haiku für Montag brauchst und schreibst einfach eins?

Jetzt fühle ich mich in der Tat ertappt. Viele Haikus entstehen leider genau so – es ist Montag, es ist spät, hinter mir liegt ein langer, anstrengender Tag ohne jegliche Inspiration und ich habe keinen Text. Also setze ich mich hin und versuche, schnell ein Haiku aufs Papier zu schmieren. In der Regel ist die Arbeit am Haiku dann ein sehr langwieriger Prozess, ein durchschnittliches Montag-Abend-Haiku durchläuft sicher an die dreißig Entwürfe, ehe ich überhaupt zufrieden bin. Dass meine Lektorin auch zufrieden sein muss, steht dann noch auf einem ganz anderen Blatt. Haikus auf diese Weise auf den letzten Drücker zu schreiben zählt sicherlich zu den ineffektivsten Vorgehensweisen, wenn man Kopfzerbrechen und Zeitaufwand mitberücksichtigt.

Ein „normales“ Haiku oder Tanka entsteht hingegen ganz spontan und ohne Zwang aus der Situation heraus. Ich befinde mich irgendwo in meinem Alltag, sehe oder höre etwas und habe dann eine Idee. Meist spiele ich dann ein paar Minuten mit der Idee in meinen Gedanken herum, beginne zu formulieren und auch Silben zu zählen und entscheide mich für die Textsorte, ehe ich die erste Fassung dann niederschreibe. Bei der Fassung bleibt es dann meist auch.

Die Wahl der Textsorte erfolgt in der Regel sehr schnell. Wenn ich nur eine Situation festhalten will, kommt mir ein Haiku oder ein Elfchen sehr gelegen, wobei ich in letzter Zeit die Haikus wegen ihrer strikteren Form bevorzuge. Will ich die Situation am Ende irgendwie umkehren und eine Art Pointe schaffen, greife ich oft zum Tanka. Manchmal wird auch aus einem Haiku ein Tanka, wenn ich es einfach nicht schaffe, in 17 Silben zum Punkt zu kommen.

Ganz anders läuft es bei Kurzgeschichten ab. Ich habe einen sehr ausgewachsenen inneren Kritiker, der mich meist nicht einmal einen ganzen Satz fertig schreiben lässt, ehe er „Boah, klingt das doof!“, „Mensch, ist das ausgelutscht!“ oder „Komm, darüber kannst du nicht mal selber lachen“ ruft. Ich habe keine amtliche Statistik dazu, aber ich schätze, dass ein durchschnittlicher Satz in einer Kurzgeschichte von mir wohl dreimal neu formuliert wird, ehe der nächste Satz folgen kann. Dadurch dauert das Schreiben von Texten manchmal eine gefühlte Ewigkeit, aber die Zeit wird bei der Überarbeitung dann oft eingespart.

Die Ideen für Kurzgeschichten schöpfe ich genauso wie bei Gedichten aus meinem Alltag, allerdings haben Kurzgeschichten manchmal eine sehr lange Vorlaufzeit. Ideen für Texte wälze ich manchmal wochenlang immer wieder im Kopf, formuliere einzelne Sätze und werfe doch wieder alles über den Haufen, bis die ganze Geschichte zu Ende gedacht ist. Erst dann bringe ich die Kurzgeschichte zu Papier.

Es gibt aber auch Kurzgeschichten, bei denen mich die erste Idee so überzeugt, dass die Geschichte sofort spontan aus der Situation heraus entsteht.

Und wie ich das jetzt im Nachhinein nochmal lese, merke ich, dass obiger Text den Eindruck vermittelt, Montagabendtexte entstünden immer auf den letzten Drücker. Das ist nicht immer so, manchmal entsteht der Text auch schon Tage davor und ich komme montags einfach bis zum Abend nicht dazu, ihn zu posten.

Mir fällt leider keine ein.

Das ist wirklich schade. Falls dir doch noch eine Frage einfällt, kannst du gern per Kommentar oder E-Mail fragen!

<3

:-)

Wie alt bist du?

Ich werde in ein paar Tagen 25.

Woher kommst du?

Aus Vorarlberg, dem westlichsten und meines Erachtens schönsten Bundesland Österreichs! (Was nicht heißt, dass es woanders nicht auch schön ist!)

Was inspiriert dich?

Einfach alles. Manche Texte entstanden beim Zugfahren, ein anderer beim Mittagessen. Manche Texte auch beim Betrachten der Natur oder dem Treiben auf der Straße. Ein Text sogar, als ich einen Telefonvertreter abgewimmelt habe … und ein anderer Text entstand als Reaktion auf den Themenmonat eines Online-Magazins …

Ich kann eigentlich nicht sagen, was mich inspiriert. Alles, was uns in unserem Alltag widerfährt, hinterlässt seine Spuren. Manchmal ganz offensichtlich, weil uns Situationen Tage später noch mit Wut erfüllen oder zum Lachen bringen. Manchmal sind die Spuren aber auch viel tiefgründiger und uns kommt eine Situation Jahre später wieder in den Sinn und wir sehen sie mit völlig anderen Augen. So ist es auch mit der Inspiration. Manchmal kommt dir etwas unwillkürlich in den Sinn, sei es, weil es gerade passiert ist oder sei es, dass du gerade irgendwelchen Gedanken nachhängst. Es macht „Klick!“ im Kopf und die Inspiration ist da. Als wäre man gerade von der Muse geküsst worden.

Wobei Muse ein gutes Stichwort ist: Ich denke viel über Texte nach und zermartere mir bei manchen Ideen ewig das Hirn, ehe ich wirklich schreibe. Bei vielen dieser geistigen Dauerbrenner würde ich nicht von Inspiration sprechen. Mit Texten und Geschichten zu experimentieren und die Möglichkeiten und Grenzen des Erzählens auszuloten fasziniert mich ungemein. Manchmal packt mich eine bestimmte Technik auch so, dass ich in der Folge einfach alles ausprobieren will. Dann ist es nicht mehr die unwillkürlich aufgekommene Idee, die zu einer Textform führt, sondern die Textform, für die ich verzweifelt nach einer Idee suche.

Wie weit ist das Buch, an dem du gerade schreibst?

Derzeit schreibe ich kein Buch. Ich habe zwei unvollendete Fantasyromane in meiner Schublade liegen, einen wirklich grauenhaften fertigen Fantasyroman und einen noch viel grauenhafteren Steampunkverschnitt. Außerdem existieren derzeit drei mehr oder weniger ernsthafte Ideen für neue Romanprojekte. Das eine wäre wieder Steampunk, das andere wohl eher Urban Fantasy und das dritte ein Liebesroman. Für den Liebesroman existieren bereits ein grober Plot und eineinhalb Kapitel, für das UF-Projekt ein mehrseitiges, detailliertes Konzept (samt Plot, Figurenliste, Konflikten etc.), aber noch nichts schriftliches und für das Steampunk-Ding nur Ideen in meinem Kopf und einige hastig hingekritzelte Ideen auf Papierfetzen, die ich gar nicht mehr alle finde … Reizen würde mich vor allem das Steampunk-Ding, aber da ich derzeit leider überhaupt keine Zeit für ein großes Projekt habe, bleibe ich lieber offiziell bei „Ich schreibe kein Buch“.

Gewissermaßen Ersatzfunktion für ein Großprojekt hat für mich hier auf dem Blog momentan die Serie rund um Aaron von Ostwald, für die ich noch einige Ideen habe und wo ich längst nicht alles umgesetzt habe, was ich umsetzen möchte.

Aber der Tintenfleck lastet mich auch sonst kreativ ganz gut aus.

Lakritzkekse?

Nie probiert. Ich mag aber keine Lakritzstangen, also wird’s bei Lakritzkeksen wohl ähnlich sein.

Welchen Text würdest du als das Aushängeschild für Tintenfleck sehen? (So als etwas womit man jedem kurz zeigen kann Hey genau DARUM gehts hier!)

Das ist eine wirklich spannende Frage. Zufällig musste ich erst letzten Monat ein solches „Aushängeschild“ für eine Anthologie einreichen und natürlich wollte ich dafür einen unveröffentlichten Text nehmen, über den ich hier jetzt schlecht sprechen kann. (Ich geb euch aber Bescheid, wenn die Antho erscheint!)

Begonnen habe ich den Tintenfleck einfach nur, um mich selbst nach einer langen Schreibabstinenz wieder zum regelmäßigen Schreiben zu kriegen. Inzwischen hat sich der Schwerpunkt sehr aufs Ausprobieren und Experimentieren verlagert. Ich weiß nicht, ob er ein gutes Aushängeschild abgibt, aber einer meiner liebsten Texte hier ist „Irrealis“, gleich gefolgt von „#waswriting“. Von den wirklich ganz alten Texten kommt mir „Kein Kind mehr“ immer wieder mal in den Sinn. Gegrinst wie die Grinsekatze hab ich außerdem, als ich „Nackt“ geschrieben habe – und noch mehr, als der Text so gut angekommen ist …
Man könnte vielleicht sagen, dass es hier bei Texten nie so ist, wie es scheint.

Was ist deine Lieblingseissorte?

Grüner Apfel.

Welche Fernsehshow würdest du gerne moderieren?

Moderieren? Keine.

Aber ich wäre manchmal gern der Mensch, der bei Scripted Reality Shows die kleinen Untertitel schreibt. Wenn beispielsweise ein Kerl in die Kamera spricht und seine Meinung äußert und dann am unteren Bildschirmrand eingeblendet wird „Thilo, 23“ und darunter dann etwas wie „Hat in der Disco den kürzeren gezogen“ oder „Sarah, 18 – mag ihr Sandwich extra lang“ steht. Ich glaube, wirklich blödsinnige Untertitel würden mir wirklich viele einfallen. Und ich hätte meinen Heidenspaß dabei ^^

Wird es irgendwann einen Roman von dir zu lesen geben?

Das kann ich mit hundertprozentiger Sicherheit mit „Ja“ beantworten. Ich wälze immer wieder Romanideen und irgendwann werde ich mich auch an die Umsetzung machen. Habe ich einmal angefangen, gibt es wenig, was mich stoppen kann.

Wann kommt Gronkh? ;-)

Kommt Zeit, kommt Gronkh.

War deine Frage nicht dabei? Hättest du lieber etwas anderes gefragt? Willst du noch mehr wissen? Dann melde dich doch einfach per Kommentar oder Kontaktformular!

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2 Kommentare zu “Das Leser-Interview – Eure Fragen, meine Antworten

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