Liebster Award – 11 Fragen an mich

Es ist schon wieder erschreckend still geworden auf dem Tintenfleck – wo geht nur die Zeit hin? Fast meine ganze Freizeit geht derzeit direkt in ein Langzeitprojekt und lässt mir für den Blog hier fast keine kreative Energie mehr übrig … was so gesehen schon ironisch ist, denn eben jenes Langzeitprojekt ist zutiefst mit dem Tintenfleck als solchem verschränkt … aber dazu ein andermal mehr. Ich klär euch da bald auf, ich schwör’s!

Der Anlass für diesen Post heute: Meine geschätzte Kollegin Nora Bendzko hat mich für den liebster Award nominiert – das heißt: Ich darf 11 Fragen beantworten, mir neue Opfer suchen und diese mit 11 neuen Fragen löchern.

Aber zuerst will beantwortet werden … Das sind Noras Fragen:

1. Wie hast du dich eigentlich ins Internet verlaufen?

Ich bin hinterm Mond links abgebogen und seitdem bin ich hier. Falls jemand weiß, wie man wieder rauskommt, schreibt er mir bitte ein Mail.

2. Ganz ehrlich: Gibt es etwas, das dir in der Bloggerwelt auf die Nerven geht?

Ich mag diese ganze Aufmerksamkeitshascherei nicht. Immer, wenn ich eine dieser „Was Sie schon immer über XYZ wissen wollten“ oder „So haben Sie XYZ noch nie gesehen!“-Schlagzeilen lese, habe ich den Drang, sofort wieder zu gehen … Genauso wie diese ganzen „Folge mir und ich folge dir!“-Spielchen. Wenn mich jemand interessiert, dann werde ich automatisch ein Follower. Wenn jemand uninteressant ist, dann kriegt er mich auch durch tausendfaches followen nicht dazu, dass ich ihm auch folge …Was aber wiederum nicht heißt, dass ich nicht ständig auf der Suche nach neuen Blogs und interessanten Menschen wäre! Man lernt nie aus und ich freue mich immer wieder, wenn ich etwas Neues entdecken kann!

Und ich mag außerdem das Verb „followen“ nicht. Klingt irgendwie falsch.

3. Wie würdest du dich mit drei Adjektiven am treffendsten beschreiben?

Neugierig, humorvoll, blöd.

4. Was ist dein kleinstes Geheimnis?

Ich mag keine Tomaten – wobei das jetzt kein Geheimnis ist, wenn man mich kennt ;-)

5. Verfolgst du beim Schreiben irgendeine Philosophie?

Nur eine: Trau dich und probier dich aus! Es gibt nichts schlimmeres als Einheitsbrei und genormte Texte. Ob etwas funktioniert, merkt man immer erst, wenn man es ausprobiert hat. Es ist nicht schlimm, wenn ein Text daneben geht – man ist danach trotzdem klüger. Passieren kann einem ja nix.
Also einfach machen, einfach probieren.
Und bei Fehlschlägen eben überarbeiten.

6. Woraus würde deine Traumtorte bestehen (du liebst doch Kuchen)?

Ja, ich mag Kuchen. Und in meinem Lieblingskuchen sind Zwetschgen drin.

7. Was ist dein Guilty Pleasure?

Ich bin ein Trash-Fan. Viele, die mich kennen, wissen, dass ich gerne gute Filme sehe – und auch wirklich alte Filme, Klassiker eben.
Aber was ich auch gerne sehe, sind wirklich schlechte Filme. Filme, die so schlecht sind, dass sie weh tun. So schlecht, dass sie schon wieder gut sind.
Zum Beispiel, wenn Hollywood mal wieder einen Film zusammenbaut, bei dem es nur darum geht, dass die Welt mit möglichst vielen Explosionen gerettet wird. Dann gucke ich mir das an. Je abstruser die Story, desto besser.
Ich liebe zum Beispiel „Cowboys vs. Aliens“ oder die alten japanischen Godzilla-Filme …
Und wenn Florian Silbereisen mitspielt, dann weiß ich, ich kann mich eineinhalb Stunden tot lachen über diese Heimatidylle, die da inszeniert wird …
Aber man lernt da auch viel. Solche Filme benutzen Klischees und auch platte Darstellungen in so einer Zahl und auf so einer Ebene, dass man sich dieser unterbewussten Vorurteile („Menschen mit schwarzen Haaren sind immer böse!!!!“) dermaßen bewusst wird, dass das eigene Schreiben plötzlich ein ganz anderes ist … Haarfarben in meinen Texten sind dadurch immer bewusst gewählt. Und auch viele andere Dinge, die einem bewusst gar nicht auffallen … Spielen mit Klischees – was ich sehr gerne tue – ist eben nur möglich, wenn man sich der Klischees bewusst ist.

8. Gibt es etwas, worum du mit deinem Leben kämpfen würdest?

Das kann ich ehrlich nicht beantworten. Es gibt Dinge, für die ich leidenschaftlich brenne – zum Beispiel das Schreiben – aber das sind eben Leidenschaften, Hobbys. Andere Themen sind mir auch wichtig, gerade Politisches. Ich weiß nicht, ob ich da für meine Überzeugung sterben würde – und ich will da auch ehrlich gesagt nicht spekulieren. Themen wie Datenschutz, aber auch Freiheit, Gleichheit, Grundrechte … diese Themen sind für mich wichtig und ernst und zu sagen, ich würde dafür mit meinem Leben kämpfen käme mir irgendwie falsch vor. Schließlich war ich noch nicht in der Ausnahmesituation, damit mit meinem Leben kämpfen zu müssen.
Am Ende offenbaren wir schließlich erst im entscheidenden Moment, wie wir wirklich sind.

9. Hast du einen Erzfeind, den du uns vorstellen kannst?

Technik.
Was seltsam ist, denn eigentlich bin ich im Grunde meines Herzens ein Technikfreak. Ich habe zum Beispiel Webprogrammierung damals als eines meiner Matura-Spezialgebiete gewählt – lang ist’s her. Ich lese auch immer noch in einigen Computerforen mit, habe den einen oder anderen Blog abonniert … Und trotzdem stehe ich mit vielem auf Kriegsfuß, weil ich das Gefühl habe, dass die Technik von heute nie das tut, was ich von ihr will – dafür gibt es aber immer einen „Teile deinen letzten Fail am Computer auf Facebook!“-Knopf …

10. Wie würdest du deinen Welteroberungsfeldzug planen?

Ich würde den nächsten Harry Potter schreiben und nachdem alle Leute süchtig nach meinem Werk sind, ist es ganz einfach: „Ergebt euch oder ich schreibe nie eine Fortsetzung!“
Sollte das nicht reichen, kann man das steigern:
„Ergebt euch, oder ich schreibe ein 17-Jahre-später-Kapitel!“

11. Was wäre dein persönliches Happy Ending in deinem Leben?

Um über das Ende nachzudenken bin ich noch viel zu jung! ;-)
Das wären meine Antworten auf Noras Fragen – nebenbei bemerkt, schaut mal auf Noras Homepage vorbei. Sie ist eine tolle Autorin und ihre Texte bringen mich immer wieder zum Nachdenken. Prädikat „Sehr empfehlenswert!“

Nun kommen wir zum spaßigen Teil – ich darf meine Opfer verkünden und ihnen neue Fragen stellen … Da sich meine Fragen irgendwie alle um das Thema „Schreiben“ drehen, reiche ich diesen Award an diese von mir sehr geschätzten Kolleginnen und Kollegen weiter:

… und natürlich wüsste ich auch gern, was die liebe Nora da antworten würde ;-)
Selbstverständlich darf auch jeder andere mitmachen, der sich angesprochen fühlt!

Und hier die Fragen:

1. Wenn ich schreibe, bekomme ich früher oder später immer Durst, weshalb das Wasserglas nie weit weg ist. Manchmal steht da neben mir aber auch Kaffee oder – in sehr seltenen Fällen – Tee. Wie ist das bei dir? Trinkst du etwas, wenn du schreibst? Was ist dein Schreibgetränk?
2. Stichwort Getränk: Hast du eine eigene Schreibtasse? Oder einen bestimmten Füller, einen magischen Bleistift oder irgendwelche anderen besonderen Gegenstände des Alltags, die ganz allein deiner kreativen Leidenschaft vorbehalten sind?
3. Manche Leute hören beim Schreiben Musik. Bei mir war das früher so, für meinen letzten Fantasy-Roman hatte ich eine Art eigenen Soundtrack. Inzwischen ist viel Wasser den Bach runtergeflossen und es muss bei mir meistens absolut still sein, wenn ich schreibe. Was bevorzugst du: Stille? Straßenbahn-Lärm? Bestimmte Musik? Hast du einen eigenen Soundtrack?
4. Wie handhabst du das mit Notizen? Ich suche seit Jahren den „goldenen Gral“ des Ideen-Aufbewahrungs-Systems, aber immer wieder verschwinden mir Einfälle irgendwo im Zettelnirvana. Was verwendest du? Wie organisierst du dich? Notizbuch, Cloud-Speicher, Einmachglas, ganz was anders? Und: Funktioniert es?
5. Wir alle lesen gerne, aber: Welcher Autor hat eigentlich den größten Einfluss darauf, was und wie du schreibst?
6. Wo hast du deine besten Ideen?
7. Leere Frage, die du dir selber stellen und gleich beantworten darfst: __________________________________________________________?
8. Jeder Autor hat seine Achilles-Ferse: Szenen, die man wahnsinnig schwierig zu schreiben findet. Was ist das bei dir? Was kannst du gar nicht?
9. Und umgekehrt gefragt: Welche Szenen gehen dir besonders leicht von der Hand?
10. Wenn dich ein absoluter Schreibanfänger um Hilfe bitten würde, welchen goldenen Tipp würdest du ihm unbedingt geben wollen?
11. Weniger eine Frage, mehr eine Aufforderung: Es ist Herbst, die Blätter fallen von den Bäumen, Nebel kriecht durch Städte, Dörfer und Täler, die Tage werden kürzer, morgens ist es dunkel und kalt, nachmittags vergoldet die Sonne die Welt und wärmt uns den Pelz … die perfekte Zeit, um ein Haiku zu verfassen!
Anleitung: Erste Zeile fünf Silben, zweite Zeile sieben Silben, dritte Zeile fünf Silben!
3 …. 2 … 1 … Los!
So, geschafft. Dann lehne ich mich mal zurück und genieße eure Antworten! :-)

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3 Kommentare zu “Liebster Award – 11 Fragen an mich

  1. Danke für diese schönen Antworten und diese noch schöneren Fragen! Ich habe jetzt das Gefühl, dich ein gutes Stück kennengelernt zu haben ;-)

    Aber die Fragen nochmal auf mich zurückzuwerfen – ist das beim Liebsten Award überhaupt erlaubt?! Aber ich beantworte solche Fragen natürlich auch gern privat. Ich hoffe ja, wir kommen mal in den Genuss, über einer Tasse Tee bei einer Buchmesse oder in unserer jeweiligen Heimatstadt zu quatschen.

    • Hallo,
      ob das so erlaubt ist, weiß ich gar nicht. Es ist zugegeben nicht mein erster Liebster-Award, den ich kriege, aber von den Dingern kursieren inzwischen ja gefühlt dreißig Varianten – mal mit 10 Fragen, mal mit 11, mal mit der Einschränkung, nur Blogs mit weniger als 100 Followern zu nominieren oder was weiß ich.
      Mir ist beim Zusammenstellen der Fragen einfach aufgefallen, dass da so manche Frage dabei wäre, die ich dir auch gern mal stellen würde – z.B. die nach Szenen, die du kannst/nicht kannst oder nach dem Autor, der dich am meisten beeinflusst.

      Bitte fühl dich von mir nicht gedrängt, jetzt sofort nochmal 11 Fragen zu beantworten! Vielleicht können wir uns auch wirklich mal zu einer Tasse mit heißem Getränk unserer jeweiligen Wahl zusammensetzen. In Wien werd ich jetzt dieses Wochenende leider nicht sein, aber vielleicht ein andermal? :-)

  2. Pingback: Mein erster Liebster Award <3 | Emma Escamilla

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