Passiv in den Tag

Nicht wirklich etwas sehend, wird der Wecker mit der Hand tastend zum Schweigen gebracht. Die Augen reibend und gähnend wird sich aufgesetzt, der eine Fuß über die Bettkante geschwungen, der andere folgend. Den letzten Rest des Schlafes besiegend, wird in die Küche gewankt, wobei der Zeh sich beinahe an der Türschwelle stößt – um Haaresbreite kann diese Gefahr umschifft werden, weiter geht es in das Innere des Raumes, wo sich erstmal unschlüssig umgesehen wird.

Die Zeitung liegt draußen vor der Tür, aber als auf das Thermometer geschaut wird, wird erkannt, dass die Zeitung bei -10 Grad noch etwas warten kann. Stattdessen macht sich die Hand daran, den Schrank zu öffnen, eine Tasse wird herausgenommen und sich zur Kaffeemaschine begeben, welche bereits diensteifrig ihr schwarzes Gold gebraut und gewärmt hat. Erneut gähnend und etwas zitternd wird der Kaffee in die Tasse gegossen, wobei ersterer im Gegensatz zu letzterer plötzlich aktiv wird, nicht in die Tasse will und den Täter verbrüht, sodass dieser – ebenfalls aktiv – schreit: „Aua!“

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