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Achtundzwanzig, neunundzwanzig, dreißig …

George atmete tief durch. Dreißig? Nein, einunddreißig. Er hatte die kleinen Roten übersehen, die unter dem Kleiderständer standen. Einunddreißig Schuhe. Unglaublich. Er ließ seinen Blick langsam über die Regale und Kleiderstangen schweifen.

Zählte man die fünfundvierzig Oberteile und dreiundfünfzig Hosen hinzu, so wäre dieses Haus eine wahre Goldgrube für die Kleidersammlung. Schließlich waren das nur ihre – ganz in der Ecke befand sich sein Bereich: Eine einsame, kurze Kleiderstange, fünf Hemden, zwei Anzüge, drei paar Schuhe. Mehr besaß er nicht. Der Rest des begehbaren Kleiderschrankes: Ihr Revier. Er seufzte.

Hoffentlich ging ihr Gatte bald wieder.

Sie war noch niemals…

Der Gong zerriss ihr Gespräch. Der Nächste nahm gegenüber Platz. Marie musterte ihn kurz – dieser hier hatte noch alle Haare, auf der Nase thronte eine große Hornbrille, darunter ein mächtiger Schnauzer.
„Hallo, ich bin Horst.“
„Marie.“ Sie lächelte und ignorierte den Blick auf ihr Dekolleté.
„Horst, warst du schon einmal in New York?“
„Ja, vor zwei Jahren auf einer….“
„Und in San Francisco?“
„Ja, wirklich eine…“
„Rauchst du?“
Er schüttelte stirnrunzelnd den Kopf.
„Hier ist meine Nummer.“ Sie war nicht wählerisch – aber keine Raucher, seit ihr Gatte Zigaretten holen ging…